Automatisierte Fulfillment-Prozesse im E-Commerce

Von der Bestellung bis zur Retoure

Fulfillment ist ein schillernder Begriff. Er umfasst viele einzelne Leistungen. Was genau dahintersteht, ist nicht immer klar. Manche Dienstleister werben bereits mit Fulfillment, wenn sie lediglich Waren lagern und versenden. Tatsächlich reicht der Prozess jedoch deutlich weiter: Er umfasst die Bestellübermittlung, Lagerung, Kommissionierung und Verpackung, den Versand und die Bearbeitung von Retouren. Vieles läuft dabei ohne menschliches Zutun: maschinelle Routinearbeiten. Dieser Ratgeber zeigt, wie automatisierte Fulfillment-Prozesse im E-Commerce funktionieren und welche Vorteile sie bieten.

Was ist automatisiertes Fulfillment?

Fulfillment und Automation sind zunächst zwei voneinander unabhängige Begriffe. Für eine genauere Einordnung des automatisierten Fulfillments sind deshalb die Begriffe zunächst zu definieren:

  • Fulfillment: Die Gesamtheit der operativen Prozesse für die Abwicklung einer Bestellung – vom Auftragseingang bis zur Auslieferung und Retourenabwicklung.
  • Automation: Selbstständige Ausführung von Arbeitsabläufen mit technischen Systemen.

Daraus folgt: Automatisiertes Fulfillment ist die teilweise oder vollständige Abwicklung der Fulfillment-Prozesse durch Software, Maschinen und Roboter. Es gibt allerdings keine feste Grenze, ab welchem Automatisierungsniveau von automatisiertem Fulfillment gesprochen wird. Insoweit ist der Begriff unklar. Wenn ein Dienstleister mit einem automatisierten Fulfillmentservice wirbt, sollte man also genau prüfen, welche Prozesse tatsächlich vollständig ohne manuelle Eingriffe ablaufen.

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Der Weg einer automatisierten Bestellung

Als Onlineshopbetreiber kann man sich heute ausschliesslich auf Kundengewinnung und Verkauf konzentrieren. Der Onlineshop macht das Marketing, während ein Fulfillment-Dienstleister die Abwicklung der Bestellungen übernimmt. 

Automation spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie macht diese Arbeitsteilung zu einem grossen Teil überhaupt erst möglich. Automatisierte Prozesse finden sich auf allen Stufen des Fulfillment-Prozesses: von der Bestellübermittlung und Auftragsverarbeitung bis zur Lagerverwaltung und Bestandsführung, von der Einlagerung, Kommissionierung und Verpackung bis zum Versand. Und am Ende kann auch die Abwicklung der Retouren aus Sicht des Onlineshopbetreibers vollständig ausgelagert werden.

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Bestellübermittlung und Auftragsverarbeitung

Eine Bestellung im Onlineshop wird automatisch vom Fulfiller erfasst: Das System übermittelt die Kunden-, Artikel- und Versanddaten. Gegebenenfalls werden auch die Zahlungsdaten gesendet, sofern der Fulfillment-Dienstleister entsprechende Aufgaben übernimmt. 

Entscheidend für die weiteren Schritte ist zunächst die Verfügbarkeit der bestellten Artikel. Diese Information liefert das Warehouse-Management-System (WMS). Es kennt die aktuellen Lagerbestände und die jeweiligen Lagerplätze. Sind die Artikel verfügbar, erzeugt das WMS automatisch die erforderlichen Lageraufträge für Kommissionierung, Verpackung und Versand.

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Lagerverwaltung und Bestandsführung

Die Lagerverwaltung ist ein entscheidender Bestandteil des Fulfillments auf der Seite des Logistik-Dienstleisters. Hier geht es zum Beispiel um die Überwachung von Mindestbeständen. Wenn der Mindestbestand eingehalten wird, ist die Lieferfähigkeit jederzeit gewährleistet. Sinkt dieser unter eine festgelegte Grenze, fordert das System automatisch Nachschub an. 

Auch die Inventur lässt sich weitgehend automatisieren. Die fortlaufende Erfassung aller Bestandsbewegungen reduziert den Aufwand für manuelle Bestandsaufnahmen. Der im Warehouse-Management-System hinterlegte Lagerbestand ist dadurch zu jedem Zeitpunkt auf dem neuesten Stand.

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Einlagerung und innerbetrieblicher Transport

Im Lager des Fulfillers übernehmen autonome Fahrzeuge und zunehmend auch Roboter die innerbetrieblichen Transporte. Auch die Einlagerung und Entnahme von Waren geschieht maschinell. Während Automated Guided Vehicles (AGV) auf vorgegebenen Wegen fahren, sind Autonomous Mobile Robots (AMR) sehr flexibel einsetzbar, weil sie ihre Umgebung mit Sensoren und Kameras erkennen. 

Die Steuerung dieser Transportwege und der gesamten Materialflüsse im Lager übernimmt eine übergeordnete Software. So werden immer mehr Lagerprozesse automatisiert. Immer weniger Eingriffe müssen manuell vorgenommen werden. 

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Kommissionierung

Auch die Zusammenstellung der für eine Bestellung benötigten Artikel erfolgt in vielen modernen Lagern heute weitgehend automatisiert. Hier werden Kommissionierroboter eingesetzt, die mithilfe von Sensoren und Kameras arbeiten. Das System optimiert die einzelnen Pickaufträge, um die Wege für Mitarbeiter und Maschinen zu verkürzen. Das macht die gesamte Kommissionierung effizienter und schneller. 

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Verpackung

Die Auswahl der passenden Verpackungsgrössen und Verpackungsmaterialien hat wesentlichen Einfluss auf die Versandkosten sowie auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Lieferung. Automatisierte Systeme analysieren Grösse, Gewicht und Beschaffenheit der einzelnen Artikel. Sie wählen auf der Grundlage dieser Daten die optimale Verpackung aus. 

Im Rahmen dieses Prozessschrittes können auch die folgenden Arbeiten vollautomatisch ausgeführt werden:

  • Verschliessen der Pakete
  • Wiegen und Vermessen der Sendungen
  • Berechnung des Portos und Frankierung
  • Erstellung und Anbringung der Versandetiketten

Moderne Verpackungsanlagen verbinden alle diese Arbeitsschritte miteinander. So lässt sich der gesamte Verpackungsprozess weitgehend automatisiert durchführen.

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Versand und Sendungsverfolgung

Auch der eigentliche Versand ist heute weitgehend automatisiert. Der passende Versanddienstleister wird auf der Basis der Informationen zu Zielort, Lieferzeit und Kosten ausgewählt. Das System übermittelt die Versanddaten und -dokumente automatisch an den jeweiligen Dienstleister. Nach Übergabe der Waren an den Versanddienstleister erhält der Kunde die Trackingnummer, mit der er den Verlauf des Versands von Station zu Station verfolgen kann. 

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Retourenbearbeitung

Ein durchweg automatisierter Fulfillmentservice übernimmt auch das Retourenhandling. Diese Dienstleistung bezieht sich nicht nur auf die Erstellung von Retourenlabeln, sondern auch auf die Prüfung und Klassifizierung zurückgesandter Artikel. Je nach Ergebnis dieser Prüfung wird dann der Preis erstattet oder eine Ersatzlieferung in Gang gesetzt. 

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Fazit: Chancen und Grenzen des vollautomatisierten Fulfillments

In erster Linie richtet sich die Frage, welche Schritte im Fulfillment automatisiert werden können, nach technischen und wirtschaftlichen Aspekten: Was ist technisch möglich? Welche Investitionen lohnen sich? Und welche Lösungen passen zu Auftragsvolumen, Sortiment und betrieblichen Abläufen? Aus der Sicht des Onlineshop-Betreibers stellt sich jedoch auch immer eine grundsätzliche Frage: Wie viele Aufgaben möchte er aus der Hand geben? 

Mehr Zeit für Verkauf und Marketing kann sich rechnen – aber gleichzeitig wächst die Abhängigkeit vom Fulfillment-Dienstleister und dessen technischen Systemen. Vollautomatisiertes Fulfillment macht deshalb auch eine Abwägung zwischen Effizienz und Kontrolle nötig. Nicht immer ist der höchstmögliche Automatisierungsgrad auch die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Am Ende macht die Qualität des Fulfillments den Unterschied. 

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Hinweis zur Texterstellung

Dieser Text wurde vom Autor eigenständig erstellt und redaktionell geprüft. Zur punktuellen Unterstützung bei Recherche, Strukturierung und Formulierung wurden digitale Werkzeuge, einschliesslich KI-Systeme, eingesetzt. Sämtliche Inhalte wurden vom Autor überprüft und verantwortet.
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